Dr. Roland Merger

Vice President – Renewable Energies, BASF SE

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„Der einzige Weg, um energieintensive, großindustrielle Prozesse in effizienter Weise CO2-frei zu gestalten, ist der Verzicht auf fossil basierte Energie und die Realisierung des notwendigen Energieeintrages mit Hilfe von erneuerbarem Strom. Eine direkte Elektrifizierung ist deutlich verlustärmer als der Umweg über Wasserstoff als Energieträger. Diese Elektrifizierung erfordert in vielen Fällen die Entwicklung völlig neuer Herstellverfahren. Das ist schon sehr schwierig, aber es wird nicht ausreichen. Chemische Großanlagen sind sehr teuer und daher darauf angelegt, permanent mit möglichst hoher Auslastung betrieben zu werden, Leerstand kostet viel Geld. Trotzdem werden wir künftig auch flexible Prozesse benötigen, die einen Betrieb der Anlagen je nach Verfügbarkeit erneuerbarer Energie zulassen. Dazu müssen die Investitionen in diese Anlagen deutlich kostengünstiger werden als bisher – eine Herkulesaufgabe, aber gleichzeitig auch eine Riesenchance für innovative Unternehmen.“

Lebenslauf

Roland Merger studierte Chemie in Heidelberg/Deutschland und Bristol/England. Er promovierte in organischer Chemie in Heidelberg und ging dann für ein Forschungsprojekt (Postdoc) an die Columbia University in New York. Für BASF arbeitet er seit 25 Jahren in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Einkauf (chemische Grundstoffe, Energie), Marketing von Petrochemie und Industriegasen (Singapur und Deutschland), Corporate Technology. Jetzt leitet er das Senior Projekt „Erneuerbare Energien“ bei BASF.